Problemstellung der Advertising Scorecard

 

Das Werbecontrolling wurde bis dato vernachlässigt, obwohl schon vor über 100 Jahren mit der Äußerung „Die Hälfte meines Werbebudgets ist zum Fenster hinausgeworfen –  ich weiß nur nicht welche Hälfte“ (Über den Urheber, Henry Ford 1863 – 1947, William Hesketh Lever 1851 – 1925 oder Johny Wanamaker 1838 – 1922 herrscht Uneinigkeit) auf den „Notstand“ hingewiesen wurde. Das bekannte Beispiel von E.on (als auch Quam oder letsbuyit.com) macht es auch deutlich, dass das Werbecontrolling immer wichtiger wird.

 

„Marken wie E.on, Yello oder RWE besitzen inzwischen Bekanntheitswerte, die sich ohne weiteres mit den führenden Konsumgütermarken messen können. Der Aufbau der Marken ist somit aus `reiner Markenperspektive´ unbestritten als Erfolg einzustufen. Allerdings führten die kostspieligen Markenkampagnen in der Regel nicht zu dem erhofften ökonomischen Erfolg. So konnte etwa E.on mit seiner ´Mix-It´-Kampagne bei geschätzten Werbeausgaben von 22,5 Mio. Euro lediglich 1.100 Neukunden gewinnen. Dies entspricht Akquisitionskosten von 20.500 Euro pro Neukunde bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 600 Euro je Kunde".

 

Vor allem in Zeiten des stärker werdenden Kostendrucks ist eine exakte Kontrolle der Effektivität des Mediaeinsatzes unerlässlich. Hinzu kommen massive Budgetkürzungen, die das Thema Mediaeffizienz ebenfalls in den Fokus der Beachtung treten lassen.

 

Jedoch steht das Thema Advertising-Performance noch immer auf einem relativ niedrigen Entwicklungsstand. Bisher wird noch zu wenig Wert auf quantitative und qualitative Ziel- und Messgrößen gelegt sowie die Effektivität und Effizienz der Werbung nicht ausreichend in den Mittelpunkt gestellt. Der Einsatzgrad von betriebswirtschaftlichen Analyseinstrumenten zur Effizienz- und Effektivitätsmessung ist nach wie vor relativ gering.

 

Angesichts der Tatsache muss die Mediaplanung nicht mehr nur unter Effizienzaspekten erfolgen, sondern zunehmend auch unter Effektivitätsaspekten. D.h. neben der Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses tritt der Werbewirkungsaspekt in den Mittelpunkt. Jedoch gibt es keine hinreichende zuverlässige Methode, Werbewirkung zu prognostizieren. Weder lassen sich durch Werbung zu erwartende Imageveränderungen noch kaufauslösende Impulse einer Werbekampagne vorhersagen. Deshalb muss Werbung immer im Hinblick auf die Ziele (ökonomische Ziele im Sinne von Tausend-Kontakt-Preis u.a. als auch kommunikative Ziele) beurteilt werden, die sie erreichen soll.

 

Besonders die Werbewirkungsebene ist neben den Effizienzaspekten immer wichtiger. Dabei geht es um die Frage, ob auf der Wirkungsebene etwas bewirkt wurde. Eine Werbekampagne ist dann effektiv, wenn die Mittel so eingesetzt werden, dass tatsächlich eine bessere Kampagnenleistung nachvollzogen werden kann.

 

Die Aufgaben des Werbecontrolling sind demnach ähnlich denen „klassischer“ Controllingaufgaben, mit dem Unterschied, dass sich das Werbecontrolling hauptsächlich mit qualitativen, psychografischen Zielgrößen auseinander zu setzen hat. (weiter)

 

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Sämtliche benutzte Quellen sind in der entsprechenden Diplomarbeit wieder zu finden.

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